Die Digitalisierung, insbesondere die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI), eröffnet der Physiotherapie erhebliche Potenziale. Sie kann Prozesse effizienter gestalten, Bürokratie abbauen, Kosten senken und so einen wesentlichen Beitrag zur…
Die Digitalisierung, insbesondere die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI), eröffnet der Physiotherapie erhebliche Potenziale. Sie kann Prozesse effizienter gestalten, Bürokratie abbauen, Kosten senken und so einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Versorgung leisten, besonders in einem System, das zunehmend unter Fachkräftemangel leidet.
Welche mögliche Nutzenpotenziale durch Digitalisierung lassen sich identifizieren:
- Reduzierter Dokumentationsaufwand: Digitale Verordnungen (eVO) ersetzen handschriftliche Prozesse, reduzieren Übertragungsfehler und erleichtern die Kommunikation mit Ärzt:innen und Kostenträgern.
- Kürzere Bearbeitungszeiten: Digitale Übermittlung beschleunigt die administrative Bearbeitung. Rückfragen können schneller geklärt werden, der Einstieg in die Therapie erfolgt früher.
- Mehr Behandlungszeit für Patient:innen: Weniger Zeit für Verwaltung bedeutet: mehr Zeit für Therapie – ein wichtiger Hebel gegen Fachkräftemangel.
- Kostensenkung auf Systemebene: Durch Wegfall von Papier und manuellen Korrekturen lassen sich spürbare Einsparungen bei Material- und Personalkosten erzielen, sowohl in den Einrichtungen als auch bei Kassen und Verordner:innen.
Wirken Digitalisierung und Anbindung an die TI direkt auf die Qualität der Versorgung? Ja, durch ein deutliches mehr an Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Behandlung. Digitale Dokumentation, standardisierte Datenformate und sichere Schnittstellen können Behandlungsverläufe vollständig, strukturiert und für alle Beteiligten nachvollziehbar abbilden. Das schafft eine bessere Kontinuität in der Versorgung (z. B. bei Therapeuten-wechseln), reduziert den Informationsverlust zwischen Leistungserbringenden und sichert eine verlässlichere Grundlage für Verlaufsbeurteilungen. Digitalisierung erleichtert die systematische Erfassung von Behandlungsdaten – sowohl auf individueller als auch auf aggregierter Ebene. Damit können Therapieverläufe analysiert, Outcome-Daten erhoben und standardisierte Qualitätsindikatoren entwickelt werden. Diese Datenbasis ist entscheidend, um evidenzbasierte Versorgung nicht nur theoretisch zu fordern, sondern auch praktisch umzusetzen und fortlaufend weiterzuentwickeln.
Die TI schafft die Voraussetzungen für eine schnellere und sicherere Kommunikation mit Ärzt:innen, Pflege, Krankenhäusern oder Krankenkassen. Das stärkt die interdisziplinäre Abstimmung, die frühzeitige Informationsweitergabe und die nahtlose Versorgung beim Wechsel von Sektoren. Besonders bei komplexen Patient:innenverläufen (bspw. multimorbide, geriatrische oder postoperativ zu versorgende Personen) wirkt sich diese Zusammenarbeit direkt positiv auf die Ergebnisqualität aus.
Im 2 Teil des Webinars erklären wir Step by Step den Ablauf der Einbindung in die TI. Dabei führen wir Sie vom Verfahren der Authentifizierung und des Zugangs zur TI, über die technischen Voraussetzungen bis hin zu den einzelnen Komponenten der TI. Wie und durch wen erfolgt die technische Einbindung in die TI? Was sind und welche Rolle spielen Fachanwendungen. Wie werden die strengen Anforderungen an den Datenschutz sowie die Datensicherheit umgesetzt.